Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Wickrath

1930 – 1969

von Heinrich Thomaßen

 

Nach der Übergabe des neuen Feuerwehrgeräte- und Übungshauses setzte auch die Modernisierung der Wickrather Wehr ein.

Nachdem zunächst der Privat-Pkw des Autoschlossers Hoff den Spritzenanhänger zum Brandherd gefahren hatte, wurde zu Beginn der Amtszeit des seit 1934 als Chef tätigen Lehrers Hobitz die erste Motorspritze und 1935 der erste motorisierte Gerätewagen angeschafft. Im Jahr 1937 bekam die Wehr unter dem damaligen Bürgermeister Dißmann ihren Leiterwagen DL 17 feierlich übergeben.

Nach der Verabschiedung des Oberbrandmeisters Hobitz wurde die Wehr von Oberbrandmeister Hermann Mühlenberg geführt, dem im Jahre 1939 Hans Bähren folgte.

Nun kam auch die schwere Zeit des großen Krieges, die der Wehr, aufgefüllt durch junge Kameraden, Einsätze bis hin nach Rheydt, Mönchengladbach, Düsseldorf und Wuppertal brachte.

Auch dieser Weltenbrand schlug große Lücken in die Reihen der Kameraden. Die ganze Ausrüstung ging verloren.

So begann man Ende 1945 mit der Neuaufstellung der Freiwilligen Feuerwehr Wickrath unter dem Hauptbrandmeister Peter Müller und dem Gruppenführer Otto Schillings.

Als erstes Fahrzeug diente ein umgerüsteter Pionierwagen der Wehrmacht, der sich im Jahre 1948 beim Grubenbrand in der Braunkohlengrube Neurath volle acht Tage lang bewährte.

Nun kamen im Jahre 1950 auch die alten Wehrführer Hans Bähren, Josef Frentzen und Ludwig Hogen wieder aktiv zu den Kameraden.

Im Jahre 1951 traf ein neuer Magirus-Leiterwagen DL 17 in Wickrath ein; im Jahre 1957 folgte der Mercedes-Tankwagen TLF 16.

Für die Wickrather Wehr folgte eine große Blütezeit, die ihr bald den Ruf einer der besten Wehren des Kreises Grevenbroich einbrachte.

Die Zahl der Aktiven wurde durch die Übernahme der Werkfeuerwehr der Wickrather Lederfabrik erhöht und die Ausrüstung stetig vergrößert und verbessert. Es folgten noch ein VW-Kommandofahrzeug, ein Ford Transit und das LF 16 der Firma Ziegler-Mercedes.

Im Jahre 1952 feierten die Wehrleute des Kreises Grevenbroich in Wickrath das Kreisfeuerwehrfest, 1953 wurde die neue Fahne geweiht, 1955 beging man das 75 jährige Jubelfest ganz groß im Saale Abels und 1957 waren die Wehrmänner mit den Brandmeistern Heinz Mirbach und Friedhelm Pieper Kreisbeste beim Schnelligkeitswettbewerb des Kreises Grevenbroich.

Es war die Zeit, in der die Wehr unter der vorbildlichen Leitung des Kreis- und Gemeindebrandmeisters Hans Bähren und einer bewährten alten Führungsmannschaft stand, zu der sich die jungen Brandmeister Friedel Hotopp und Hans Maaßen gesellt hatten. Auch aus dieser Zeit seien hier einige der zahlreichen Großeinsätze aufgezeichnet: der Gehöftbrand in Berverath bei Erkelenz, Scheunenbrände in Wanlo und Buchholz, der Brand einer Geflügelfarm in Herrath, die Großbrände in der Leistenfabrik Deussen, das Großfeuer bei eisiger Winterskälte in der Spinnerei Dilthey, Rheydt, dazu die beiden Großbrände in der Wickrather Lederfabrik, ein Gehöftbrand in Priesterath und die vielen Hochwassereinsätze, z.B. 1963 bei der schnellen Schneeschmelze, just in dem Jahr, als dem Gemeindedirektor Wolfgang Krane sein Amt übernahm. Acht Tagelang war er mit den Feuerwehrleuten im Einsatz.

Da in Laufe der Zeit das alte Gerätehaus auf der Roßweide viel zu eng wurde, stellte im Jahr 1969 die Gemeindeverwaltung der Wickrather Feuerwehr einen Teil des Schlossgebäudes mit Fahrzeug- und Schulungsraum zur Verfügung.

   
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